Flagge Europäische UnionChristian Lue / Unsplash

Europa & Green Deal

Die EU auf dem Weg zur Klimaneutralität

Europäische Integration der deutschen Energiewende

Die Europäische Union gibt die Richtung vor: Mit der Verschärfung des EU-Klimaziels auf 55 Prozent Treibhausgas-Reduktion bis 2030 und dem European Green Deal will die EU-Kommission die richtigen Weichen stellen, damit Europa bis 2050 klimaneutral wird und die Länder ihren Beitrag zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens leisten. Damit beeinflusst die EU auch stark den Kurs für die nationale Klimapolitik in Deutschland. Unklar ist noch, welche Handlungsoptionen im Rahmen europäischer und nationaler Vorgaben rechtlich umsetzbar und auch politisch realisierbar sind und wie diese ausgestaltet werden müssen, um zielführend zu sein. 

Eines der wichtigsten politischen Instrumente ist dabei der EU-Emissionshandel. Von der Einführung eines Mindestpreises über die Integration der bislang noch nicht erfassten Bereiche bis hin zu einem europaweiten übergreifenden Zertifikatehandel für alle Sektoren: Ariadne informiert die politische Entscheidungsebene, welche Instrumente überprüft und welche Reformen angestoßen werden sollten, damit eine effektive CO2-Bepreisung in der gesamten EU gewährleistet werden kann. Dazu werden unter anderem ein CO2-Grenzausgleichssystem und Politikoptionen für Technologien und Industrie sowie eine gerechte Verteilung der Anstrengungen auf die einzelnen EU-Länder diskutiert. Erforscht wird auch, wie eine zielführende Governance der verschiedenen klimapolitischen Maßnahmen auf EU- und nationalstaatlicher Ebene aussehen könnte.

Aktuelles aus dem Projekt

Kurzdossier: Handlungsoptionen für eine zielführende Reform der europäischen Klima- und Energie-Governance

Der „REPowerEU“-Plan bezweckt neben Klimaschutz vor allem Energiesicherheit und Wirtschaftlichkeit. Die Governance-Verordnung, also der legislative Rahmen für das Erreichen der europäischen Klima- und Energieziele, soll unverändert bleiben. Vor diesem Hintergrund legt Ariadne nun konkrete Handlungsoptionen für die Stärkung der europäischen Klima- und Energie-Governance vor.

Report: Politischer Konsens für den EU-Emissionshandel für Wärme und Verkehr – durch gerechte Ausgestaltung und ökonomisch effizienten Preis

Ariadne-Fachleute haben in zwei aktuellen Ariadne-Publikationen verschiedene Optionen für Entlastung und Höhe des CO2-Preises analysiert – und dabei Vor- und Nachteile sowie Umsetzungsvoraussetzungen verschiedener Ausgestaltungsoptionen identifiziert. Im Fokus stehen dabei zwei politische Kernstreitpunkte, bei denen wissenschaftliche Erkenntnisse eine drohende Verhärtung der Position verhindern, und entsprechend einen für den Klimaschutz zielführenden Konsens befördern können.

Analyse: Den EU-Emissionshandel stärker in Anspruch nehmen zur Entlastung der nationalen Klimaziele

Der europäische Emissionshandel (EU ETS) ist ein Kernelement der EU-Klimapolitik. Doch die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Revision des EU ETS hat derzeit im Europäischen Parlament einen schweren Stand. Vergangene Woche lehnte eine Mehrheit der Abgeordneten den Vorschlag ab und schickte ihn zur Überarbeitung zurück an den Umweltausschuss. Einer der Hauptstreitpunkte war die Verschärfung der Ziele im EU ETS. Ariadne-Fachleuten haben die volkswirtschaftlichen Auswirkungen einer Verschärfung der EU-ETS-Ziele anhand verschiedener Modelle untersucht.

Artikel-Hinweis: Vor- und Nachteile einer Markstabilitätsreserve im EU ETS

In einem Policy Brief im Review of Environmental Economics and Policy (REEP) haben Ariadne-Fachleute das Instrument zur Stabilisierung des europäischen Emissionshandels zusammengefasst. Zum analytischen Rahmen des Policy Briefs, ergänzt um eine Wirkungsanalyse von überlappenden Klimaschutzmaßnahmen, ist eine Working Paper vom National Bureau of Economic Research (NBER) aktualisiert worden.

Artikel-Hinweis: Fehlendes Zusammenspiel von Maßnahmen im EU-Emissionshandelssystem

Der derzeitige klimapolitische Mix der Europäischen Union (EU), bestehend aus dem EU-Emissionshandelssystem (ETS) und weiteren, sich überschneidenden Maßnahmen, ist im Zusammenspiel nicht ideal aufgestellt, um kosteneffizient Emissionen zu mindern. Ariadne Forschende der Universität Hamburg analysieren in einem neuen Beitrag im wissenschaftlichen Fachmagazin „Policy and Governance“ die Rolle der Marktstabilitätsreserve (MSR).

Hintergrund: Proaktive Weiterentwicklung des CO2-Preises in Deutschland

Mit Blick auf die geplante Einführung eines CO2-Preises für Gebäude und Verkehr auf europäischer Ebene (EU ETS-II) kann Deutschland seinen nationalen Emissionshandel so ausgestalten, dass ein reibungsloser Übergang möglich ist. In einem Hintergrund diskutieren Ariadne-Forschende entsprechende Maßnahmen, wie zum Beispiel die Anhebung des Preiskorridors sowie die Einführung eines Klimageldes.

Hintergrund: Positionen deutscher Stakeholder zu einem europäischen CO2-Grenzausgleich

Ariadne-Forschende haben Vertreterinnen und Vertreter aus der deutschen Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft vorab zu ihren Einschätzungen zu einem Grenzausgleich befragt. Das Ergebnis zeigt: Stakeholder unterstützen grundsätzlich einen CBAM, kommen aber zu unterschiedlichen Einschätzungen hinsichtlich der Ausgestaltung.

Analyse: Strategien zur Sicherung von Wasserstoffimporten

Forschende aus dem Ariadne-Projekt haben die Entwicklung des deutschen H2-Importbedarfs und die damit verbundenen Risiken analysiert. Auf dieser Grundlage wird eine dynamische, entlang prognostizierten Phasen des Importbedarfs strukturierte Strategie zur H2-Importsicherung entworfen. Es wird aufgezeigt, dass sich eine enge Kooperation mit den EU-Mitgliedsstaaten und anderen H2-Importländern lohnt.

Hintergrund: Stakeholder fordern verbindlichen Rahmenbedingung für Energieeffizienz

Ein Team aus Ariadne-Forschenden beobachtet die Diskussionen von Stakeholdern zum „Fit-for-55“-Paket der Europäischen Kommission rund um die Themen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Ihr Fazit: Die Forderung nach einer verbindlichen Richtlinie zur Effizienz steht im Vordergrund.

Hintergrund: Über die CO2-Preisgestaltung zum Europäischen Klimaziel 2030

Mit welchen CO2-Preisen das in den unterschiedlichen Sektoren gelingen kann haben Ariadne-Fachleute jetzt entlang des Fit-for-55 Vorschlags der Kommission ausbuchstabiert: Für Strom und Industrie im EU-Emissionshandel (ETS) sind demnach Preise in Höhe von etwa 130 Euro pro Tonne CO2 notwendig.

Kurzdossier: Wettbewerbsfähigkeit und internationaler Klimaschutz im „Fit for 55“-Paket – Wie sich die EU vor Carbon Leakage schützen kann

Die Industrie im Spannungsfeld von Klimaschutz und Wettbewerb: Was tun, wenn zwar der Klimawandel keine Grenzen kennt, wohl aber nationale Klimapolitiken und der internationale Handel? Ariadne-Fachleute durchleuchten Chancen wie Risiken und zeigen auf, warum Europa bei der schwierigen Frage des Grenzausgleichs vor einer grundlegenden strategischen Entscheidung steht.

Analyse: „(Un)Fit für 55“? Bisher geplante Gesetzesmaßnahmen werden nicht ausreichen

Der Beitrag aus dem Bereich Erneuerbare Energien und Energieeffizienz für das neue Ziel von mindestens 55 Prozent Netto-Treibhausgas-Reduktion bis 2030 wird nicht ausreichend hoch ausfallen, sofern sich die EU nicht besser gegenüber den Mitgliedstaaten durchsetzen kann.

Webinar: EU-Emissionshandel und Marktstabilitätsreserve

Wenn schon CO2-Bepreisung dann richtig: Was die (In)Stabilität des europäischen Emissionshandels für die Dekarbonisierung der Industrie bedeutet, haben die Ariadne-Experten Michael Pahle vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sowie Grischa Perino und Maximilian Willner von der Universität Hamburg im Webinar mit Fachleuten aus Wirtschaft, Politik und NGOs diskutiert.

Publikationen

  • Analyse: Wasserstoffimportsicherheit für Deutschland – Zeitliche Entwicklung, Risiken und Strategien auf dem Weg zur Klimaneutralität (12/2021) mehr
  • Hintergrund: Energie im Fit-for-55-Paket – Stakeholder fordern höhere Ambitionen für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (11/2021) mehr
  • Hintergrund: Notwendige CO2-Preise zum Erreichen des europäischen Klimaziels 2030 (11/2021) mehr
  • Kurzdossier: Industriewende – Wettbewerbseffekte und Carbon Leakage. Neue Politikmaßnahmen im Zuge des Europäischen Green Deal (07/2021) mehr
  • Analyse: (Un)Fit for 55? Lehren aus der Implementation der Governance-Verordnung (06/2021) mehr
  • Analyse: Den EU-Emissionshandel zukunftsfähig gestalten – Ein verbesserter Stabilitätsmechanismus für verlässlicheren Klimaschutz (04/2021) mehr
  • Analyse: Rückenwind für den Green Deal der Europäischen Kommission durch europäische Stakeholder – Mehr Verbindlichkeit wagen (04/2021) mehr
  • Kurzdossier: Wegmarken für das EU-Klimaziel 2030 (12/2020) weiter

Artikel-Hinweise

  • Neuen Zeitschrift für Verwaltungsrecht NVwZ: Klimaschutzrecht – Ein Grundrecht auf intertemporale Freiheitssicherung (08/2021) weiter
  • ZEW policy brief: A Smart Design of New EU Emissions Trading Could Save 61 Per Cent of Mitigation Costs (07/2021) weiter
  • Energy Research & Social Science: Is clean energy contested? Exploring which issues matter to stakeholders in the European Green Deal (07/2021) weiter
  • Applied Energy: Tightening EU ETS targets in line with the European Green Deal: Impacts on the decarbonization of the EU power sector (07/2021) weiter
  • ifo Schnelldienst: Wie fair ist die Energiewende? (06/2021) weiter
  • Bruegel Policy Contribution: A whole-economy carbon price for Europe and how to get there (03/2021) weiter
  • Zeitschrift für das gesamte Recht der Energiewirtschaft (EnWZ): Kursänderung der EU – Verschärfung der Klimaschutzziele (02/2021) weiter
  • Energiewirtschaftliche Tagesfragen: Die Anschärfung der EU-Klimaziele und Implikationen für Deutschland (7/2020) weiter

Pressemitteilungen

  • Wettbewerbsfähigkeit und internationaler Klimaschutz im „Fit for 55“-Paket: Wie sich die EU vor Carbon Leakage schützen kann (8.7.2021) weiter
  • Kopernikus-Symposium diskutiert Wege zur Klimaneutralität in Deutschland | 9.-10. Juni 2021 (9.6.2021) weiter
  • Experteneinschätzung: Der Weg des geringsten Widerstands verfehlt das EU-Klimaziel (9.12.2020) weiter

Veranstaltungen

  • Kopernikus-Symposium 2021 (06/2021) weiter
  • Webinar: Should new petrol and diesel cars be banned or not? Insights from Sweden, implications for the rest of Europe (06/2021) weiter
  • Webinar: EU-Emissionshandel und Marktstabilitätsreserve (06/2021) weiter
  • Webinar: The EU Emission Trading System has a broken autopilot (03/2021) weiter