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Industriewende

Wettbewerbsfähige und klimafreundliche Industriewende

Transformation von Produktionsprozessen und Energieeinsatz

Etwas mehr als ein Fünftel der CO2-Emissionen werden direkt in der Industrie emittiert, damit ist dieser Sektor nach der Stromerzeugung der zweitgrößte Emittent in Deutschland. Drei Viertel davon entstehen in den Grundstoffindustrien Stahl, Chemie, Zement, Glas und Papier. So stammen die meisten industriellen Treibhausgas-Emissionen aus Hochtemperatur-Prozesswärme, entweder in Form von Dampf oder Warmwasser oder aus der direkten Befeuerung verschiedener Öfen. Die hohen Temperaturen und die spezifischen Anforderungen von Feuerungen beschränken die Nutzung erneuerbarer Energien in der Industrie auf Biomasse und aus Erneuerbaren Energien erzeugte sekundäre Energieträger, wie z. B. Wasserstoff. Ein weiterer Teil der Emissionen entsteht durch chemische Reaktionen in den Produktionsprozessen (Prozessemissionen). Diese sind in einigen Bereichen – wie der Zementindustrie – mit den heute verfügbaren Technologien kaum zu vermeiden.

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, sind in der Industrie erhebliche Veränderungen hin zu CO2-neutralen Produktionsverfahren und emissionsfreien Energieträgern notwendig. Teilweise sind bereits entsprechende technologische Verfahren in der Entwicklung, wie die Direktreduktion von Stahl mit grünem Wasserstoff, die aber aktuell noch nicht wirtschaftlich einsetzbar sind.

Für die Transformation bedarf es politisch gesetzter Rahmenbedingungen, damit die deutsche Industrie Investitionen im Sinne des Klimaschutzes sinnvoll planen und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben kann. Damit die Politik diese schaffen kann, muss sie Vor- und Nachteile von Instrumenten und Maßnahmen richtig einordnen können. Ariadne erarbeitet dazu im Dialog mit Stakeholdern aus der Industrie, Politik und Gesellschaft modellbasierte Szenarioanalysen sowie konkrete Handlungsoptionen für eine klimafreundliche und wettbewerbsfähige Industrie in Deutschland.

Wettbewerbsfähigkeit und internationaler Klimaschutz im „Fit for 55“-Paket: Wie sich die EU vor Carbon Leakage schützen kann

Die Industrie im Spannungsfeld von Klimaschutz und Wettbewerb: Was tun, wenn zwar der Klimawandel keine Grenzen kennt, wohl aber nationale Klimapolitiken und der internationale Handel? Ariadne-Fachleute durchleuchten Chancen wie Risiken und zeigen auf, warum Europa bei der schwierigen Frage des Grenzausgleichs vor einer grundlegenden strategischen Entscheidung steht.