Interaktive Webseite zeigt den Weg zu Netto-Null

Ariadne-Forschende entwickeln eine neue Webseite, die die Ergebnisse der Szenarienmodellierung des Projekts visualisiert. Das erste Modul „Systemtransformation“ ist online. Es macht die Minderung der Treibhausgasemissionen und die Transformation des Energieeinsatzes nachvollziehbar und zeigt, wie der Weg zu Netto-Null konkret ausgestaltet werden kann.

Die „NetZero“-Webseite kombiniert Erklärtexte mit interaktiven Grafiken, die die Inhalte des Ariadne-Szenarienreports und ergänzender Modellanalysen veranschaulichen. Dabei wird der Fokus auf jene Optionen gelenkt, die Klimaneutralität 2045 erst möglich machen: der zügige Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung und die Elektrifizierung der Endnutzung, eine innovative Infrastrukturplanung und die Integration marktreifer Technologien, die Flexibilisierung von Energiebedarfen sowie die Nutzung CO2-freier Moleküle, dort wo die Elektrifizierung nicht möglich ist.

Die Webseite ermöglicht Journalisten, Bürgerinnen und politischen Entscheidungstragenden in verschiedene Szenarien der Energietransformation einzutauchen sowie tiefgreifende Recherchen mit belastbaren Zahlen zu unterfüttern. Vor allem hilft NetZero dabei, sich mittels Visualisierung einen Überblick über die Pfade zu verschaffen, die den Weg zur Klimaneutralität 2045 ebnen können. Ebenso wie dieser Weg ist auch die Webseite nicht statisch, sondern dynamisch und kann von den Ariadne-Forschenden um neue Erkenntnisse ergänzt und aktualisiert werden. Die Inhalte starten mit einem Modul über die Transformation des Gesamtsystems und werden im Laufe des Jahres mit Modulen zum Erneuerbaren-Ausbau bis 2030 und zu Investitionen und Kosten der Energiewende ausgebaut. 

Das Modul Systemtransformation orientiert sich dabei an den Kernergebnissen des Ariadne-Szenarienreports 2025 mit den Szenarien „Technologiemix“, „Fokus Strom“, „Fokus Wasserstoff“, „Hohe Nachfrage“ und „Niedrige Nachfrage“. Die vier Säulen der Transformation werden schrittweise aufgeschlüsselt: 1. Die Dekarbonisierung der Stromerzeugung, 2. die Elektrifizierung der Energieanwendungen, 3. CO2-neutrale Moleküle für nicht-elektrifizierbare Bedarfe und 4. der Ausgleich von Restemissionen durch negative Emissionen. NetZero zeigt, wie sich der Gebäude-, Verkehrs- und Industriesektor bis zum Jahr 2045 ausgestalten könnten. Im Szenario „Technologiemix“ wird im klimaneutralen System zu 65 Prozent mit Wärmepumpen und zu 30 Prozent mit Fernwärme geheizt und über 95 Prozent der Pkw und Lkw fahren vollelektrisch. 60 Prozent des Stahls werden 2045 voraussichtlich mit dem Einsatz von Wasserstoff produziert, 40 Prozent bestehen dann aus Recyclingstahl.

Die Berechnungen basieren auf drei sektorübergreifenden Energiesystemmodellen (REMIND-EU, REMod und PyPSA-DE). Dazu kommen sektorspezifische Modelle für die Industrie (FORECAST), den Transportsektor (ASTRA und Aladin) und den Gebäudesektor (REMod). NetZero wird federführend von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Technischen Universität Berlin entwickelt. Die gezeigten Ergebnisse werden im Konsortium mit weiteren Forschenden gemeinsam erarbeitet.