Erneuerbare-Energien-Projekte erfordern hohe Anfangsinvestitionen. Um dabei die durch volatile Strompreise entstehenden Risiken zu verringern, installieren Regierungen häufig Fördermechanismen in Form langfristiger öffentlicher Verträge wie etwa Differenzverträge (Contracts for Difference, CfDs). Diese Verträge fungieren nicht nur als Subventionen, sondern mindern auch Preisrisiken bei Investitionen. Wie sich verschiedene Arten von CfDs auf das Investitionsrisiko und die daraus resultierenden Finanzierungskosten für erneuerbare Energien auswirken, ist Gegenstand einer neuen Analyse des Kopernikus-Projekts Ariadne.
Forschende der Hertie School vergleichen dabei drei Vertragsarten: einseitige CfDs, zweiseitige CfDs sowie einen vergleichsweise neuen „Financial CfD“. Anhand von Daten aus dem Zeitraum von 2014 bis 2023 analysieren sie die stündliche Stromerzeugung von 63 Onshore-Windparks in Deutschland, auf Turbinen-Ebene. Mithilfe eines Projektfinanzierungsmodells beziffern sie anschließend die Auswirkungen der einzelnen Vertragsarten auf die letztendlichen Stromkosten.
Demnach liegt der größte Vorteil von CfDs in der Reduzierung von Investitionsrisiken und nicht in der Bereitstellung von Subventionen. Die am besten abschneidenden Vertragsmodelle schließen durch niedrigere Finanzierungskosten 60 bis 70 Prozent der Lücke zwischen Markterlösen und Projektkosten. Die Forschenden schätzen, dass jeder Euro an gezahlter Subvention mit 2,40 Euro an geringeren Finanzierungskosten einhergeht, was also insgesamt 3,40 Euro an wirtschaftlichen Nutzen entspricht.
Insgesamt ist das Vorhandensein eines Differenzvertrags wichtiger als die Art des Vertrags, solange dieser gut ausgestaltet ist. Solche gut ausgestalteten Verträge senken die Stromgestehungskosten pro Megawattstunde (Levelised Cost of Energy) um etwa 30 bis 45 Prozent. Verträge vom Typ „Financial CfD“ – bei denen die Erzeuger weiterhin den Marktpreisen ausgesetzt sind – können bei der Risikominimierung mit herkömmlichen zweiseitigen CfDs mithalten oder diese sogar übertreffen. Dies deutet darauf hin, dass stabile Einnahmen und Marktintegration keine Gegensätze sein müssen. Der Schutz von Investoren vor Preisrisiken muss demnach nicht zwangsläufig den Anreiz schwächen, auf Marktsignale zu reagieren.
Mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung gewinnt die Aufgabe zunehmend an Bedeutung, die Investitionsbedingungen zu verbessern und die Marktintegration erneuerbarer Energien zu fördern. Die Analyse zeigt, dass – selbst bei gleichem Gewinnniveau der Investition – unterschiedliche Vertragsgestaltungen zu Differenzen von bis zu 22 Euro pro Megawattstunde bei den von der Öffentlichkeit gezahlten Subventionen führen können. Die Vertragsgestaltung verbessern ist somit eine kosteneffizientere Alternative zu Förderbeträge anheben.
Ariadne-Analyse (auf Englisch)
Jorge Sánchez Canales, Clemens Stiewe, Lion Hirth (2026): De-risking renewable energy investments. An analysis of contract design and project finance using operational wind park data. Kopernikus-Projekt Ariadne, Potsdam.
