Ariadne-Forschende haben eine neue Webseite entwickelt, die die Ergebnisse der Szenarienmodellierung des Projekts visualisiert. Das zweite Modul „Erneuerbaren Ausbau bis 2030“ ist jetzt online. Es zeigt: Schreitet der Ausbau der Erneuerbaren Energien langsamer voran als geplant, steigen die Strompreise und das Minderungsziel für die CO2-Emissionen gerät in Gefahr.
Ein reduzierter Ausbau der Erneuerbaren Energien hätte je nach Strombedarfsszenario 19 bis 29 Megatonnen an zusätzlichen CO2-Emissionen im Jahr 2030 zur Folge. Auch das Ziel, im Jahr 2030 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs durch Erneuerbare Energien zu decken, würde nur durch einen Ausbau auf hohem Niveau erreicht. Hinzu kämen neue Abhängigkeiten, denn neben zusätzlichen Erdgaskraftwerken bräuchte es mehr Gas- und Stromimporte.
Immer wieder wird über das Tempo des Ausbaus der Erneubaren Energien in Deutschland diskutiert – zuletzt anlässlich der Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes 2027. Die Bundesregierung will an den ursprünglich geplanten Ausbauzielen festhalten. Ariadne-Forschende zeigten in einem Ende des Jahres 2025 erschienen Report, warum das dringend notwendig ist. Die Ergebnisse lassen sich jetzt auch auf der NetZero-Website erkunden.
NetZero kombiniert Erklärtexte mit interaktiven Grafiken, die die Inhalte der Ariadne-Szenarien und ergänzender Modellanalysen veranschaulichen. Die Webseite ermöglicht Journalisten, Bürgerinnen und politischen Entscheidungstragenden in verschiedene Szenarien der Energietransformation einzutauchen sowie tiefgreifende Recherchen mit belastbaren Zahlen zu unterfüttern. Vor allem hilft NetZero dabei, sich mittels Visualisierung einen Überblick über die Pfade zu verschaffen, die den Weg zur Klimaneutralität 2045 ebnen können. Ebenso wie dieser Weg ist auch die Webseite nicht statisch, sondern dynamisch und kann von den Ariadne-Forschenden um neue Erkenntnisse ergänzt und aktualisiert werden.
Die Szenarienmodellierung in Ariadne basiert auf drei sektorübergreifenden Energiesystemmodellen (REMIND-EU, REMod und PyPSA-DE). Dazu kommen sektorspezifische Modelle für die Industrie (FORECAST), den Transportsektor (ASTRA und Aladin) und den Gebäudesektor (REMod). NetZero wird federführend von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Technischen Universität Berlin entwickelt. Die gezeigten Ergebnisse werden im Konsortium mit weiteren Forschenden gemeinsam erarbeitet.