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Neuer Report ordnet Effekte von Energieeffizienz-Vorgaben bei Nichtwohngebäuden ein

Es gibt viele Nichtwohngebäude mit großem Potenzial, Energiekosten zu sparen. Mindesteffizienzstandards schärfen den Fokus des Politik-Mix auf diese Gebäude. Das zeigt ein neuer Report des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Kopernikus-Projekts Ariadne. Forschende untersuchen am Beispiel von Büroimmobilien und Kindertagesstätten, was die künftigen Vorgaben für Eigentümerinnen und Eigentümer von Gewerbeimmobilien bedeuten können. Sie halten fest: Um die Effizienz auf die vorgesehenen Mindeststandards zu steigern, reichen in den meisten Gebäuden einfache Maßnahmen aus, die sich schnell refinanzieren.

Die EU-Gebäuderichtlinie schreibt ihren Mitgliedsstaaten vor, für einen effizienten Energieeinsatz in Nichtwohngebäuden künftig Effizienz-Anforderungen an Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer zu stellen. Bis 2030 sollen 16 Prozent der Gebäude mit dem größten Energieeinsparpotenzial modernisiert werden, bis 2033 ein Anteil von 26 Prozent. Wie genau die Regelungen für Mindeststandards ausgestaltet werden, ist jedoch noch unklar. Sicher ist nur dass sie schrittweise Verbesserungen vorschreiben, ohne jedoch eine vollständige Sanierung zu verlangen. Die Frist für ein nationales Gesetz hierzu läuft im Mai 2026 ab.

Von den insgesamt 22 Millionen beheizten Gebäuden in Deutschland sind 2 Millionen Nichtwohngebäude wie Büros oder Kindertagesstätten. Zwar machen diese nur rund 9 Prozent der Gebäude aus, jedoch etwa ein Drittel der beheizten Nutzfläche – und damit ein Drittel des Energieverbrauchs inklusive emittierter CO2-Emissionen des Gebäudebestandes. Mit einer Sanierungsrate bei 0,7 Prozent pro Jahr herrscht in diesem Sektor jedoch eine geringe Investitionsdynamik. „Die Sanierung von Nichtwohngebäuden hilft nicht nur dem Klima, sondern ist auch eine Renditechance für Vermietende. Angebotsmieten bei Bürogebäuden mit Mindestenergieeffizienz liegen rund zwei Euro höher als bei Gebäuden ohne solche Standards“, erklärt Malte Bei der Wieden vom Öko-Institut, Hauptautor der Studie.

Mindesteffizienzstandards im Politik-Mix als Sicherheitsnetz für die Klimaziele

Die Ariadne-Forschenden des Öko-Instituts und des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen, dass Sanierungsvorgaben den Politik-Mix sinnvoll ergänzen können. Spüren Eigentümerinnen und Eigentümer die finanziellen Vorteile durch eine energieeffizientere Energieversorgung ihres Gebäudes, zum Beispiel durch eine Wärmepumpe, braucht es keinen zusätzlichen Druck durch Mindestenergieeffizienzstandards. Sobald organisatorische, finanzielle oder informative Barrieren vorherrschen, können die Standards jedoch einen wichtigen Anstoß geben. Beispielsweise bei Vermietenden, die bei einem Heizungsaustausch in erster Linie die Investition tragen, jedoch nicht davon profitieren.

Interviews mit Fachleuten legen offen, dass die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen vor allem an hohen Investitionskosten und begrenzten Budgets scheitert. Im Fall von Kindertagesstätten hätten Träger dazu häufig wenig Anreiz, in Sanierungen zu investieren, da sie in der Regel nicht Eigentümer der Gebäude sind. „Gleichzeitig setzen viele Eigentümer auf schrittweise Modernisierungsmaßnahmen, die sich mit dem laufenden Betrieb vereinbaren lassen“, erklärt Ralph Henger vom Institut der deutschen Wirtschaft, Mit-Autor der Studie. „Grundsätzlich unterstützen Mindesteffizienzstandards ein solches Vorgehen und wirken wie ein Sicherheitsnetz, um nicht-ökonomische Hemmnisse zu überwinden, die nicht durch eine CO2-Bepreisung oder andere Marktinstrumente überwunden werden können.“

Ein Politik-Mix, mit dem sich die Dekarbonisierung des Gebäudesektors finanziell für alle lohnt, ist eine große Herausforderung. Mindestanforderungen an Energieeffizienz können innerhalb der Wärmewende als letzte Instanz sicherstellen, dass Klimaneutralität bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt wird.

Ariadne-Report

Malte Bei der Wieden, Tanja Kenkmann, Benjamin Köhler, Ralph Henger, Christian Oberst, Christopher Breddermann (2026): Wirtschaftlich umsetzbare Energieeinsparungen realisieren durch Mindesteffizienzstandarts für Nichtwohngebäude. Kopernikus-Projekt Ariadne, Potsdam.

Institute der beteiligten Autorinnen und Autoren: Öko-Institut, Institut der deutschen Wirtschaft